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Zuletzt bearbeitet: Apr 18, 2014 | Author: lma

Retainer

Dauerhaft schöne, gerade Zähne sind auch nach einer kieferorthopädischen Behandlung keine Selbstverständlichkeit – selbst Jahre nach einer erfolgreichen Zahnstellungregulierung. Denn je größer die Zahnbewegungen waren, um so mehr neigen Zähne auch wieder dazu, in die Richtung ihrer ursprünglichen Stellung zurückzuwandern. Manchmal fördern auch neue Impulse wie etwa der Durchbruch von Weisheitszähnen diesen ungeliebten Prozess noch stärker. Deswegen folgt nach einer kieferorthopädischen Behandlung sehr oft eine Stabilisierungsphase mit Retentionsgeräten – den sog. Retainern (engl. to retain: festhalten; fixieren).

Zwei Modelle halten die Zähne dort, wo sie hingehören

Durch Retainer können sich der Kieferknochen und die neu positionierten Zahnwurzeln durch Nachwachsen des Kieferknochens besser aneinander anpassen. Dabei sind zwei Arten von Retainern einsetzbar.

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Der herausnehmbare Retainer

Der herausnehmbare Retainer wird größtenteils nach kleineren bis mittel-schweren kieferorthopädischen Behandlungen durch eine Zahnspange eingesetzt. Er sieht optisch einerherausnehmbaren Zahnspange sehr ähnlich. Ziel ist es, die Zähne in der neuen Position zu stabilisieren. Werden im Ober- und Unterkiefer herausnehmbare Retainer eingesetzt, ist es in der Regel nicht möglich, dass Zähne aufeinander treffen.

Während herausnehmbare Zahnspange nur 14-16 Stunden am Tag getragen werden müssen, sollten herausnehmbare Retainer 24 Stunden am Tag über die gesamte Behandlungsdauer eingesetzt bleiben.

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Der feste Retainer

Der feste Retainer (auch Kleberetainer genannt) wird bei mittelschweren bis schweren kieferorthopädischen Behandlungen direkt im Zuge der Entfernung einer festsitzende Zahnspange eingesetzt. Die zu stabilisierenden Zähne werden dabei mit einem Drahtband verbunden und auf der Zahninnenseite aufgeklebt. Ziel ist es auch hier, die Zähne in der neuen Position zu stabilisieren.

Die Behandlungsdauer

Nach einer kieferorthopädischen Behandlung neigen die betroffenen Zähne oft dazu, wieder in die alte Position zurückwandern zu wollen. Dieser Drang nimmt mit der Zeit zwar ab, bleibt aber theoretisch ein Leben lang bestehen. Lose Retainer werden deshalb zu Beginn der Retentionszeit meistens rund um die Uhr oder mit meistmöglichem Zeitaufwand getragen.

Mit zunehmender Behandlungsdauer sinkt auch die tägliche Tragezeit.

Die Tragezeit für herausnehmbare Retentionsgeräte wird normalerweise abgestuft. Diese Regeln gelten aber nur als Anhalt und sollten im Einzelfall mit dem behandelnden Kieferorthopäden besprochen werden

  • Die ersten 3 Monate: Tag und Nacht
  • Die zweiten 3 Monate: Halbtags und nachts
  • Die darauffolgenden 6 Monate: nur nachts
  • Anschließend: Jede 2. Nacht, jede 3. Nacht, einmal wöchentlich und weiter "passend" tragen

Als Faustregel gilt, dass herausnehmbare Retainer mindestens so lang getragen werden sollten, wie die aktive kieferorthopädische Behandlung zuvor angedauert hat. Es ist aber empfehlenswert, ihn noch danach in größeren Abständen (z. B. mehrmals wöchentlich) zumindest über Nacht zu tragen und regelmäßig zu kontrollieren, ob er fest sitzt oder sich die Zähne wieder verschoben haben.

Hingegen bleiben festsitzende Retainer auf unbestimmte Zeit (d.h. mindestens 5 Jahre und bis zum Durchbruch der Weisheitszähne) hinter den Zähnen fixiert. Manchmal bleibt eine Rückfallneigung und damit die Notwendigkeit einer Retention aber auch ein Leben lang. Oft verlieren sie allerdings nach einigen Jahren den Halt und werden dann ersatzlos entfernt.

Selten findet man auch ein Behandlungsschema, das beide Möglichkeiten vereint: dann werden herausnehmbare und feste Retainer gleichzeitig eingesetzt. In diesem Fall verkürzt sich die Behandlungsdauer des losen Modells erheblich.

Die Kostenübernahme

Nach aktuellem Stand zahlen die gesetzlichen Krankenkassen für etwa ein halbes Jahr Retentionsphase im Unterkiefer, wenn die Kostenindikationsgruppe E3 vorliegt und dieses vorher beantragt wurde. Eine weitergehende Retentionskontrolle ist nur als private Leistung möglich. Ein fester Retainer wird im Oberkiefer derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Kostenübernahme durch Ihre private Krankenversicherung ist von dem Vertrag und der Indikation abhängig.

[Weiterführendes]

Verwandte Forenthemen

Quick Facts

  • Eine Zahnspange, die nach kieferorthopädischen Behandlungen die Zähne dort stabilisieren soll, wo sie hingehören

  • Es gibt zwei Arten: herausnehmbare und feste Retainer

  • Feste Retainer werden geklebt und bleiben auf unbestimmte Zeit fixiert

  • Die Tragezeit für Retentionsgeräte wird normalerweise stufenweise gesenkt